Grußwort
der
Bundesministerin für Justiz
Brigitte Zypris, MdB
an den "Tag der Mediation"

Einvernehmliche Streitschlichtung statt autoritativer Streitentscheidung. Einigung statt Urteil - immer mehr Bürgerinnen und Bürger gehen mit Hilfe der Mediation diesen Weg. Schliesslich ist eine Konfliktlösung, die die Beteiligten mithilfe der Mediation in eigener Verantwortung erarbeiten, häufig leichter zu akzeptieren als ein gerichtliches Urteil. Im Idealfall gibt es am Ende eines Mediationsverfahrens keine Verlierer, sondern auf allen Seiten Gewinner. Mediation ist insbesondere im Zivilrecht sinnvoll und gewinnt nicht nur in Deutschland an Bedeutung: Es wird auch bei immer mehr grenzüberschreitenden Streitigkeiten angewandt.

Mediation kann die Justiz nicht ersetzen, insbesondere dann nicht, wenn die Justiz bei wirtschaftlicher, sozialer oder politischer Übermacht die Rechte des Einzelnen oder einzelner Gruppen gewährleisten muss. Mediation ist aber eine sinnvolle Ergänzung unseres unverzichtbaren Gerichtssystems. Für die Zukunft brauchen wir desshalb Strukturen, um Mediationsverfahren noch besser in der Gesellschaft zu verankern.

Ich freue mich sehr, dass Sie beim heutigen "Tag der Mediation" das Thema in seiner ganzen Vielfalt behandeln. Mit der gerichtsnahen Mediation hat insbesondere das Landgericht Frankfurt am Main Erfahrungen gesammelt, die sich lohnen, weitergegeben zu werden. Aber auch für Rechtsanwälte spielen neue Wege der Konfliktlösung bei ihrer Beratungsarbeit eine Rolle und können in ihre forensische Tätigkeit integriert werden. Dass Mediation aber nicht nur eine Sache für Juristen ist, zeigt die Familienmediation. Zu deren Selbstverständnis gehört die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Juristen und Fachleute der psychologischen und sozialen Berufe. Dies ist gewiss nicht nur für die Lösung von Konflikten innerhalb von Familien ein echter Gewinn.

Ich bin zuversichtlich, dass Ihre Veranstaltung dazu beitragen wird, die Mediation als Form der alternativen Streitbeilegung noch bekannter und noch erfolgreicher zu machen. Ich danke den Organisatoren und Referenten für Ihr Engagement und wünsche Ihnen und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine interessante und erfolgreiche Veranstaltung.

 

Brigitte Zypris, MdB
Bundesministerin der Justiz

 

Tag der Mediation 2008

 

Zum zweiten Mal veranstaltete Familienmediation Frankfurt Main e.V., die Regionalgruppe der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM) einen „Tag der Mediation“, nach dem Landgericht Frankfurt diesmal im Amtsgericht Königstein. Es ging erneut darum, den Bürgern und den mit Familienkonflikten befassten Professionen die Arbeitsweisen und Möglichkeiten der Mediation anschaulich zu machen



Die Veranstaltung wurde von der Direktorin des Amtsgerichts, Frau Elisabeth Fritz, eröffnet.



Die unterschiedlichen Möglichkeiten von Mediation und Gerichtsverfahren zeigte Dr. Peter Eschweiler an einem Fallbeispiel auf,



sodann demonstrierten Familienediatoren den Ablauf einer Mediationssitzung.



Dies löste engagierte Diskussionen aus

 



Es gab Gelegenheiten zu regen Gesprächen,



und zur Information über Mediationsliteratur am Büchertisch.



An einem Informationstisch standen Gesprächspartner/innen zur Verfügung.



Abschließend berichtete Volker Kaiser-Klan, Vorsitzender Richter am Landgericht Frankfurt, über das dortige Projekt gerichtsinterner Mediation.



Am Ende waren nicht nur Elisabeth Fritz, die Direktorin des Amtsgerichts, und Dorothea Lochmann, die Sprecherin der Regionalgruppe, mit dem Tag überaus zufrieden.